Sofortmaßnahmen bei der Umsatzsteuer ab 01.01.2020

unser Tipp des Monats:

Bis zur Einführung des endgültigen Mehrwertsteuersystems in der Europäischen Union, das vereinfacht und weiter harmonisiert werden soll, greifen ab dem 01.01.2020 erste Sofortmaßnahmen. Die Umsetzung der EU-Vorgaben in deutsches Recht muss bis zum Jahresende 2019 erfolgen.

Innergemeinschaftliche Lieferungen:

  1. Umsatzsteueridentifikationsnummer als materielle-rechtliche Voraussetzung für die Steuerbefreiung von innergemeinschaftlichen Lieferungen
  2. Zusammenfassende Meldung als Regelvoraussetzung

Ab 2020 wird die Verwendung einer gültigen Umsatzsteueridentifikationsnummer (USt-IdNr.) durch den Kunden und Abgabe einer korrekten Zusammenfassenden Meldung (ZM) als Voraussetzung einer innergemeinschaftlichen Lieferung definiert. Wenn eine von den beiden Voraussetzung fehlt hat dies ab 2020 die Versagung der Steuerbefreiung zur Folge. Dadurch wird die Steuerbefreiung nicht mehr gewährt, wenn die Zusammenfasende Meldung des liefernden Unternehmens unrichtig oder unvollständig ist, was eine gültige USt-IdNr., die der Abnehmer gegenüber dem Lieferer verwendet, erfordert.

  • Der Kunde muss dem Lieferer gegenüber seine USt-IdNr. aktiv für diesen Umsatz mitteilen. Fragen Sie Ihren Kunden daher bereits im Bestellvorgang schriftlich, welche seiner ID-Nr. hierfür verwendet werden soll.                       !!!Ggf. Bestellformulare ändern!!!
  • Sie müssen die mitgeteilte USt-IdNr. des Kunden auf Gültigkeit prüfen (qualifizierte Bestätigung) und dies dokumentieren. Eine Prüfung im Nachgang bei der Buchführung ist zu spät, da zu diesem Zeitpunkt die Lieferung bereits erfolgte.

Die Bestätigung ausländischer UST-ID (VAT) kann online erfolgen.

Reihengeschäfte:

Ein Reihengeschäft liegt vor, wenn mehrere Unternehmer über denselben Gegenstand Umsatzgeschäfte abschließen und dieser Gegenstand bei der Beförderung oder Versendung unmittelbar vom ersten Unternehmer an den letzten Abnehmer gelangt. Folge des Reihengeschäfts ist es, dass die Warenbewegung nur einer der Lieferungen zuzuordnen ist und nur diese Lieferung kann die steuerfreie Lieferung sein.

Der neue Art. 36a MwStSystRL schafft erstmals eine EU-einheitliche Definition für Reihengeschäfte. Die Zuordnung der Warenbewegung wurde nur für die Fälle getroffen, in denen der mittlere Unternehmer (Zwischenhändler) befördert oder versendet. Die Warenbewegung ist grundsätzlich der Lieferung an den Zwischenhändler zuzuordnen, damit ist diese Lieferung die bewegte und steuerbefreite. Abweichend hiervon gilt als bewegte Lieferung die Lieferung des Zwischenhändlers, wenn er mit der USt-IdNr. des Abgangsmitgliedstaats auftritt.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

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