Minijobs: Neue Geringfügigkeitsrichtlinien, neue Fallstricke

Ob in der Gastronomie oder im Haushalt, ob Unternehmer oder Privatperson – viele von Ihnen beschäftigen Minijobber. Deshalb möchten wir Sie über die weitreichenden Änderungen informieren, die seit 2019 gelten bzw. im Verlauf des Jahres wirksam werden. Dies betrifft:

  • die neuen Geringfügigkeitsrichtlinien,
  • den neuen Mindestlohn sowie
  • Minijobs auf Abruf – beispielsweise in der Gastronomie.

Informieren Sie sich ganz bequem mit dem topaktuell überarbeiteten Merkblatt „Minijobber und Aushilfskräfte“. Denn es bietet Ihnen in klaren Worten alles Wichtige in kürzester Zeit.

Unsere Merkblätter finden Sie auf der Website unter: videotipps/mandanten-merkblaetter

Ihre Aplus Steuerberater

Monika Lyssoudis und Silvio Kugler

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Sozialversicherungsfalle bei Minijobs

der Aplus Tipp des Monats März:

Beschäftigen Sie Minijobber auf Abruf? Dann sollten Sie dringend Ihre Arbeitsverträge überarbeiten, um folgende Sozialversicherungsfalle zu umgehen.

Wenn bei Minijobs mit Abrufarbeit keine konkreten Vereinbarungen über die zu leistende Arbeitszeit getroffen worden sind, kann das seit dem 01.01.2019 böse Folgen haben!

Denn seit diesem Jahr wird – ohne vertragliche Vereinbarung – generell eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden angenommen. (§ 12 Abs. 1 Satz 3 TzBfG)

Unter Berücksichtigung des neuen Mindestlohns von € 9,18 und einem Wochenfaktor von 4,33 ergibt sich somit ein Mindestlohn von € 796,47 pro Monat. Die Geringverdienstgrenze von € 450 ist somit erheblich überschritten und Sozialversicherungspflicht tritt ein.

Wie die vorstehenden Ausführungen deutlich machen, besteht hier ein erheblicher Handlungsbedarf bei Arbeitgebern.

(Quelle: LGP 2019, 24)

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Verträge mit nahen Angehörigen

Der Aplus-Steuertipp des Monats Juli:

Vertragliche Vereinbarungen zwischen nahen Angehörigen werden steuerlich nur anerkannt, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. Sie müssen klar und ernstlich gewollt sein. Die zivilrechtlichen Wirksamkeitsvoraussetzungen müssen beachtet werden. Vor allem aber muss der Inhalt von Verträgen dem entsprechen, was unter Fremden üblich ist. Zu diesem Zweck muss ein sog. Fremdvergleich, der auch Drittvergleich genannt wird, gemacht werden. Zu nahen Angehörigen zählen auch Großeltern und Enkelkinder im Verhältnis zueinander. Die Schriftform ist aus Beweisgründen in der Regel zweckmäßig. Dazu ein paar Beispiele:

  • Arbeitsverträge: Von einer ­arbeitsrechtlichen Tätigkeit ist die familienrechtliche Mitarbeit zu unterscheiden. So können Zahlungen an die Ehefrau für die bloße Reinigung eines Arbeitszimmers i. d. R. nicht als Werbungskosten oder Betriebs-ausgaben abgezogen werden. Entsprechendes gilt meist auch für die Entlohnung von Kindern, die im elterlichen Betrieb in geringfügigem Umfang tätig werden. Gestaltung und Durchführung des Arbeitsvertrags müssen dem zwischen Fremden Üblichen Dazu gehört insbesondere, dass die Arbeitsleistung tatsächlich – wie von einem fremden Arbeitnehmer – erbracht wird und dass die Lohnvereinbarung und -zahlung einem Fremdvergleich standhält.
  • Darlehensverträge: Zahlen Eltern ihren Kindern Zinsen aufgrund von entsprechenden Darlehensverträgen, können die Zinsen bei den betrieblichen Einkünften der Eltern als Betriebsausgaben abziehbar sein. Vereinbarung und Durchführung eines  Darlehensvertrags zwischen nahen Ange-hörigen müssen wiederum dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich Eine strikte Prüfung des Fremdvergleichs ist vorzunehmen.
  • Miet- und Pachtverträge: Voraussetzung für die steuerrechtliche Anerkennung eines Miet- oder Pachtvertrags ist zunächst, dass die der Hauptpflichten der Mietvertragsparteien (Überlassung einer konkret bestimmten Sache zur Nutzung und die Höhe der Miete + Nebenkosten) klar und eindeutig vereinbart sowie entsprechend dem Vereinbarten durchgeführt.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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