Tipp: Geschenke-Merkblatt

Unterscheiden Sie zwischen Streuwerbeartikel bis 10 €, Geschäftsfreunde-Geschenke bis 35 €, Arbeitnehmer-Aufmerksamkeiten bis 40 € sowie Zuwendungen mit eigenbetrieblichem Interesse. Wenn Sie dann noch die Aufzeichnungspflichten und die Pauschalierungsmöglichkeiten beachten, haben Sie alles richtig gemacht.

1.    Übersicht

Der Abzug von Geschenken ist steuerlich sehr begrenzt:

  • Dem Grunde nach müssen sie betrieblich/beruflich veranlasst sein. Der Höhe nach dürfen selbst betrieblich veranlasste Geschenke an Personen, die keine Arbeitnehmer sind, nur abgezogen werden, wenn sie pro Jahr und Empfänger bei max. 35€ liegen (Besonderheit Arbeitnehmer, Besonderheit Streuwerbeartikel)
  • Ferner sind die Geschenkaufwendungen einzeln und getrennt aufzuzeichnen.

2.    Geschenke: Gegenstand und Begriff

Geschenke sind alle unentgeltlichen Zuwendungen, die nicht als Gegenleistung für bestimmte Leistungen des Empfängers gedacht sind und auch nicht in unmittelbarem zeitlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit solchen Gegenleistungen stehen.

Bloße Annehmlichkeiten, die den Empfänger nicht bereichern, fallen nicht unter die Abzugsbeschränkung, denn diese stellen keinen wirtschaftlichen Vorteil dar.

3.    Betriebliche Veranlassung

Grundvoraussetzung ist die betriebliche/berufliche Veranlassung des Geschenks.

Sind Geschenke teils privat, teils betrieblich begründet, werden die Aufwendungen insgesamt den nichtabziehbaren privaten Kosten der Lebensführung zugerechnet, wenn sich der betriebliche Teil nicht leicht und eindeutig trennen lässt (was bei Geschenken regelmäßig der Fall sein dürfte).

Betrieblich veranlasste Geschenke, die der Empfänger nur betrieblich nutzen kann, fallen grundsätzlich nicht unter die Abzugsbeschränkung; sie können unabhängig von ihrer Höhe beim Schenker als Betriebsausgabe abgezogen werden.

4.    Abzugsbegrenzung

Abziehbarkeit, wenn die Anschaffungskosten aller einem Empfänger in einem Wirtschaftsjahr zugewendeten Geschenke insgesamt 35 € nicht übersteigen. Diese Einschränkung gilt aber nur für Nicht-Arbeitnehmer. Geschenke an eigene Arbeitnehmer können uneingeschränkt abgezogen werden.

Für die Prüfung der 35 €-Grenze sind alle Geschenke eines Jahres an eine Person zusammenzurechnen. Ob die Umsatzsteuer einzubeziehen ist, hängt davon ab, ob Sie Umsätze tätigen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen. Besteht die Berechtigung zum Vorsteuerabzug, ist auf den Nettowarenwert ohne Umsatzsteuer abzustellen. Sofern Ihre – i.d.R. steuerfreien – Umsätze nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen (z.B. als Arzt), ist der Bruttowarenwert einschließlich Umsatzsteuer maßgeblich.

Hinweis: Bei Überschreiten der 35 €-Grenze sind alle Geschenke an den einen Empfänger nicht abziehbar und nicht nur die Geschenke, die über der 35 €-Grenze liegen

5.    Erfassung beim Empfänger

Wer als Unternehmer betrieblich veranlasste Geschenke erhält, muss diese grds. als Betriebseinnahmen versteuern, auch wenn der Geber die Aufwendungen wegen Überschreitens der 35 €-Grenze nicht abziehen kann.

Beim Arbeitnehmer gehören Geschenke i.d.R. zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. In besonderen Fällen ist eine Lohnsteuerpauschalierung mit 25 % bzw. mit 30 % möglich.

Nicht zu versteuern sind folgende Sachzuwendungen:

  • Aufmerksamkeiten an Arbeitnehmer oder dessen Angehörige (Sachgeschenke wie z.B. Blumen, Wein, Buch, CD bis zu einem Wert von 40 € brutto),
  • Zuwendungen aus Anlass einer Betriebsveranstaltung von bis zu 110 € brutto,
  • Aufwendungen im überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers.

Der Empfänger muss Sachgeschenke zudem nicht versteuern, wenn der zuwendende Unternehmer folgende Pauschalversteuerung anwendet:

6.    Pauschalversteuerung

Betriebsinhaber können Sachzuwendungen an Arbeitnehmer und Geschäftsfreunde bis zu einer Höhe von 10.000 € brutto jährlich pro Empfänger pauschal mit 30 % versteuern (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Dann bleiben sie beim Empfänger außer Ansatz.

Die Pauschalierung muss für alle in einem Wirtschaftsjahr getätigten Geschenke einheitlich ausgeübt werden. Sie trifft sowohl abziehbare Geschenke bis 35 € als auch darüber liegende, nicht abziehbare Aufwendungen. Die Pauschalsteuer ist wie die Lohnsteuer anzumelden und abzuführen. Zudem muss er den Zuwendungsempfänger über die Pauschalierung unterrichten.

Ob die Pauschalsteuer vom Unternehmer abziehbar ist, hängt davon ab, ob die Zuwendung, die pauschal versteuert wird, selbst abziehbar ist oder unter die Abzugsbeschränkung für Geschenke oder Bewirtungskosten fällt. Die Pauschalsteuer für Zuwendungen an Arbeitnehmer ist aber grundsätzlich immer abziehbar.

Tipp: Streuwerbeartikel (Wert bis max. 10 €) und Aufmerksamkeiten (Arbeit-
nehmer 40 €) müssen nicht pauschal versteuert werden.

7.    Werbungskostenabzug für Arbeitnehmer

Auch beruflich bedingte Geschenke von Arbeitnehmern an Kunden des Arbeitgebers sind bei diesem nur bis zur 35 €-Grenze als Werbungskosten von seinen Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit abziehbar. Für Arbeitnehmer gilt allerdings nicht die strenge Aufzeichnungspflicht. Jedoch sollten die Geschenke aus Beweisgründen dennoch näher bezeichnet werden; sonst erkennt das Finanzamt die Werbungskosten nicht an.

8.    Besonderheiten für die Umsatzsteuer

Je nach dem aus welchem Anlass das Geschenk gekauft wurde ist ein Vorsteuerabzug möglich bzw. bei privater Veranlassung nicht möglich. Hiernach richtet sich auch ob die Schenkung der USt als unentgeltliche Wertabgabe unterliegt.

Bei Geschenken an Geschäftsfreunde, Kunden, Lieferanten etc. ist:

Bei Geschenken bis 35 € netto pro Jahr und Empfänger, ist der Vorsteuerabzug grundsätzlich möglich (außer z.B. bei Ärzten oder Versicherungsvertretern, die nur steuerfreie Umsätze tätigen), sofern eine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis vorliegt. Die Schenkung unterliegt wegen ihres geringen Werts nicht der Umsatzsteuer.

Für Geschenke über der 35 €-Grenze als auch für solche, die nicht ordnungsgemäß aufgezeichnet werden – scheidet der Vorsteuerabzug prinzipiell aus. Für die Schenkung fällt in der Folge auch keine Umsatzsteuer an.

Bei Geschenken an Arbeitnehmer ist der Vorsteuerabzug immer zulässig. Die Umsatzversteuerung der Schenkung hat zu erfolgen sofern die Zuwendung vorwiegend dem Privatgebrauch des Arbeitnehmers dient.

Tipp: Für Aufmerksamkeiten an Arbeitnehmer, Zuwendungen mit überwiegendem Eigeninteresse des Unternehmens sowie Streuwerbeartikel ist keine Umsatzversteuerung vorzunehmen.

Alle Informationen und Angaben in diesem Mandanten-Merkblatt haben wir nach bestem Wissen zusammengestellt. Sie erfolgen jedoch ohne Gewähr. Diese Information kann eine individuelle Beratung im Einzelfall nicht ersetzen. Im Zweifel können Sie uns aber immer gerne anrufen oder mailen:    089/6138750  kanzlei@aplus-steuerberater.de

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Dies kann in Form von Barleistungen für externe Kurse (z. B. Rückenschule) oder durch innerbetriebliche Maßnahmen (z. B. gesundheitsgerechte Gemeinschaftsverpflegung) geleistet werden. Ein Nachweis darüber ist in den Lohnunterlagen aufzubewahren.

Achtung:
Die Leistung muss zusätzlich zum bereits erbrachten Arbeitslohn erfolgen. Darüber hinaus müssen die Kriterien gemäß § 20 SGB V erfüllt werden.

Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen natürlich gerne unter 089 / 61 38 75 0 oder per Email: kanzlei@aplus-steuerberater.de zur Verfügung.

 Herzlichst,
Monika Lyssoudis