Verluste aus dem Verfall von Optionen sind steuerlich berücksichtigungsfähig

Entgegen der Rechtsauffassung des BMF hat der BFH vor kurzem entschieden, dass Verluste aus dem Verfall von Optionen nun die Einkünfte aus Kapitalvermögen mindern.

In den Streitfällen hatten sich die Kurse der von Privatanlegern erworbenen Aktien- und Indexoptionen nicht wie erwartet entwickelt. Sie mussten am Ende der Laufzeit als wertlos aus deren Depots ausgebucht werden. Die Verluste machten die Anleger als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus Kapitalvermögen geltend.

Nach dem aktuellen Urteil erkennt der BFH die Verluste durch wertlos gewordene Optionen steuerlich an – sie sind bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen und Steuerpflichtige dürfen daher nun auch den Wertverlust mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen (z. B. Einnahmen aus Zinsen oder Dividenden) verrechnen.

Es ist dabei unerheblich, ob der Anleger aufgrund der Option auch den zugrundeliegenden Basiswert erwirbt oder ob er einen sich aus dem Optionsgeschäft ergebenen Unterschiedsbetrag in bar ausgleicht. Der BFH betrachtet die Anschaffung der Option und den Ausgang des Optionsgeschäfts als Einheit.

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Vorsteuerabzug nur mit genauer Leistungsbeschreibung möglich!

Vor der Bezahlung einer Eingangsrechnung sollten Sie immer darauf achten, dass der Leistungszeitpunkt sowie die Leistung möglichst genau benannt ist, denn bei einer ungenauen Leistungsbeschreibung oder einem fehlenden Leistungszeitpunkt kann die Finanzverwaltung den Vorsteuerabzug verweigern.

Laut Bundesfinanzhof müssen die Rechnungsangaben eine eindeutige und leicht nachprüfbare Identifizierung der erbrachten Leistung ermöglichen. Diese Vorgabe ist leider sehr abstrakt.

Nach Auffassung des FG reichen pauschale Umschreibungen wie z. B. Statik, Maurerarbeiten, Rohbauarbeiten für eine ordnungsgemäße Rechnung nicht aus, denn sie benennen den Leistungsgegenstand nicht hinreichend konkret. Das FG sieht hier die Gefahr einer doppelten Abrechnung. Denn bei einer so ungenauen Beschreibung kann das Finanzamt nicht prüfen, ob über dieselbe Leistung bereits in einer anderen Rechnung abgerechnet wurde. Erst recht nicht, wenn in einigen Rechnungen auch noch der Leistungszeitpunkt fehlt.

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Keine Umsatzsteuer auf Sicherheitseinbehalte

Eine neue Sichtweise des BFH erfreut besonders Handwerker, Bauunternehmen und alle deren Rechnungen durch Sicherheitseinbehalte gekürzt werden.

Wenn damit zu rechnen ist, dass die Forderung auf absehbare Zeit (ca. 2-5 Jahre) rechtlich oder tatsächlich nicht durchgesetzt werden kann, ist von einer vorläufigen Uneinbringlichkeit auszugehen. Daher ist die USt hieraus nicht zu zahlen, solange die Forderung nicht eingeht oder durch eine Bürgschaft abgelöst werden kann.
Dies gilt selbst dann, wenn keine konkreten Mängelrügen vorliegen.

Eine Vorfinanzierung der USt über mehrere Jahre ist damit nicht mehr nötig. Die Uneinbringlichkeit ist bereits bei der monatlichen USt-Voranmeldung zu berücksichtigen. Allerdings gilt dies nur, wenn keine Bürgschaft gestellt werden kann.
Nicht ausreichend ist es dagegen, wenn die Gestellung von Sicherheiten möglich wäre, man aber davon keinen Gebrauch macht.

Urteil v. 24.10.2013, V R 31/12, veröffentlicht am 5.2.2014

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Kleinunternehmer – kein MWSt-Ausweis auf Quittungen

unser Tipp des Monats März:

Ein Kleinunternehmer darf auf seinen Rechnungen / Quittungen weder die Umsatzsteuer (MWSt) gesondert als Betrag ausweisen, noch den %-Satz der Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer notieren.

Wenn ein Kleinunternehmer, der Kleinbetragsrechnungen auf einem Quittungsblock schreibt, neben dem Rechnungsbetrag auch den Umsatzsteuersatz (%) angibt, muss er – trotz der Kleinunternehmerregelung – die Umsatzsteuer abführen.

Nur wenn Quittungen keine Angaben zu Steuersätzen enthalten, ist auch eindeutig zu erkennen, dass keine Umsatzsteuer erhoben wird und somit der Rechnungsempfänger auch keine Vorsteuer abziehen darf.

Wer also in einer Rechnung einen Steuerbetrag gesondert ausweist, obwohl er zum gesonderten Ausweis der Steuer nicht berechtigt ist (unberechtigter Steuerausweis), schuldet nach § 14c UStG den ausgewiesenen Betrag.

Diese Vorschrift gilt auch für einen Kleinunternehmer, der die Umsatzgrenzen des § 19 UStG nicht überschritten hat und deshalb keine Umsatzsteuer zu entrichten braucht.

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Kosten für das häusliche Arbeitszimmer

Eine Kostenaufteilung für häusliche Arbeitszimmer, welche überwiegend geschäftlich genutzt werden, ist nun doch möglich (lt. Beschluss vom 21.11.13 IX R 23/12). Bisher beharrte die Rechtsprechung auf der Nichtabziehbarkeit „gemischter“ Aufwendungen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG). Der 9. Senat des BFH meint nun, es sei dennoch „anteilig“ als steuerlicher Aufwand zu berücksichtigen.

Aufwendungen für abgeschlossene häusliche Arbeitszimmer, die (in zeitlicher Hinsicht) nur teilweise beruflich bzw. betrieblich genutzt werden sind somit anteilig als Werbungskosten abzugsfähig.

Näheres zur Klage:

Der Kläger des Ausgangsverfahrens bewohnt ein Einfamilienhaus, in dem sich auch ein – mit einem Schreibtisch, Büroschränken, Regalen sowie einem Computer ausgestattetes – sog. „häusliches“ Arbeitszimmer befindet. Von seinem Arbeitszimmer aus verwaltet der Kläger zwei in seinem Eigentum stehende vermietete Mehrfamilienhäuser. Die Kosten für das Arbeitszimmer machte der Kläger bei seinen Einkünften aus der Vermietung der Mehrfamilienhäuser geltend. Das Finanzamt hat die Kosten nicht zum Abzug zugelassen, da sog. gemischte Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nach der gesetzlichen Regelung des EStG (Einkommensteuergesetzes) nicht abgezogen werden dürften.

Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) hat der Kläger nachweislich das Arbeitszimmer zu 60 % zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung genutzt. Das FG hat daher entschieden, dass der Kläger 60 % des von ihm geltend gemachten Aufwands als Werbungskosten absetzen kann. Es wendet damit die Rechtsprechung des Großen Senats aus dem Jahr 2009 (Beschluss vom 21. September 2009 GrS 1/06), wonach für Aufwendungen, die sowohl beruflich-betriebliche als auch privat veranlasste Teile enthalten (gemischte Aufwendungen), kein allgemeines Aufteilungs- und Abzugsverbot gilt, auch auf das häusliche Arbeitszimmer an. Der vorlegende IX. Senat folgt dem.

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Regelmäßige Arbeitsstätte bei Einsatz im Betrieb des Kunden?

Auch bei einem längerfristigen Einsatz im Betrieb des Kunden des Arbeitgebers, ist dieser nur dann regelmäßige Arbeitsstätte, wenn der Arbeitgeber dort über eine eigene Betriebsstätte verfügt.

Hintergrund:

Ist der Arbeitnehmer außerhalb des Betriebs des Arbeitgebers beschäftigt, ist zwischen einer Tätigkeit an einer regelmäßigen Arbeitsstätte und einer Auswärtstätigkeit (Dienstreise, Einsatzwechseltätigkeit, Fahrtätigkeit) zu unterscheiden:

Liegt eine regelmäßige Arbeitsstätte vor, sind die Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb nur begrenzt mit der Entfernungspauschale bzw. bei Übernachtung in einer Wohnung am Beschäftigungsort nach den Grundsätzen der doppelten Haushaltsführung abziehbar. Bei einer Auswärtstätigkeit sind hingegen die Aufwendungen wie Fahrt-, Übernachtungskosten und Verpflegungsmehraufwand uneingeschränkt abziehbar.

Es muss geprüft werden, ob der Arbeitgeber im Betrieb der Arbeitsstätte (beim Kunden) eine eigene Betriebsstätte unterhält. Ist dies der Fall, sind die Arbeitgeberzahlungen insoweit steuerpflichtige Einnahmen, als sie die Sätze für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bzw. doppelte Haushaltsführung überschreiten. Andernfalls sind die Leistungen des Arbeitgebers als Reisekostenvergütungen steuerfrei.

Die betriebliche Einrichtung des Kunden des Arbeitgebers (Arbeitsstätte) kann unabhängig von der Dauer des Einsatzes nur dann regelmäßige Arbeitsstätte sein, wenn der Arbeitgeber dort über eine eigene Betriebsstätte verfügt. (Leitsatz zum Urteil des Bundesfinanzhofes vom 13.06.2012)

Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen natürlich gerne telefonisch unter: 089 – 61 38 75 – 0 oder per E-Mail unter: kanzlei@aplus-steuerberater.de zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Erneute Prüfung der Verfassungsmäßigkeit der Erbschaftsteuer/ Schenkungsteuer:

Wieder ist das ErbSt-Gesetz vor dem Verfassungsgericht, da es der Bundesfinanzhof (BFH) nach seiner Entscheidung vom 27.9.12 als verfassungswidrig ansieht, dass Betriebsvermögen zu stark begünstigt wird.

Bis zur erneuten Entscheidung des BVerfG besteht daher eine gewisse Unsicherheit.

Da die Entscheidung dazu führen könnte, dass die Besteuerung von Betriebsvermögen ungünstiger wird als bisher, wäre eine Verschiebung einer geplanten Schenkung (z.B. eines Betriebs oder GmbH-Anteils) voraussichtlich nicht zweckmäßig.

Lassen Sie daher prüfen ob in ihrem Fall ein Handlungsbedarf besteht.

BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 27.9.2012, II R 9/11

Herzliche Grüße
Monika Lyssoudis
Aplus Steuerberater
München
http://www.Aplus-Steuerberater.de

Lkw-Fahrer können Übernachtungskosten im Lkw leichter absetzen

Der BFH hat entschieden, dass Fernfahrer für die Übernachtung im Lkw Kosten in Höhe von 5,- € pro Übernachtung vereinfacht absetzen dürfen. Die offiziellen (weit höheren) Übernachtungskostenpauschalen sind für diese Übernachtungen in der Lkw-Schlafkabine zwar nicht möglich, aber eine Schätzung der tatsächlich angefallenen Einzelkosten ist zulässig, z.B. für Dusche, Parken, WC etc.
Obwohl das Finanzgericht die Sammlung von Belegen vorgesehen hatte, hat der Bundesfinanzhof dem widersprochen und eine Schätzung von 5,- € pro Übernachtung als angemessen angesehen. Dies erleichtert die Geltendmachung der Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben enorm.
Weiterer Urteilspunkt: Fahrten zum Lkw-Wechselplatz gelten nicht als regelmäßige Arbeitsstätte mit der Folge, dass die Fahrtkosten dorthin in voller Höhe als Reisekosten absetzbar sind. Die ungünstigere Entfernungspauschale kommt daher nicht zum Ansatz.

BFH-Urteil vom 28.3.2012 VI R 48/11 – veröffentlich am 30.5.2012

Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen natürlich gerne unter 089 / 61 38 75 0

oder per Email: kanzlei@aplus-steuerberater.de  zur Verfügung.

Herzlichst
Monika Lyssoudis