Wer muss bis wann eine Rechnung ausstellen?

der Aplus-Tipp des Monats Juli:

Umsatzsteuerrechtlich müssen Unternehmer, wenn sie Leistungen an andere Unternehmer (für deren Unternehmen) ausführen, eine Rechnung ausstellen. Dafür haben sie ‑ ab Ausführung der Leistung ‑ 6 Monate Zeit.

Kürzer sind die Fristen bei innergemeinschaftlichen Sachverhalten (innergemeinschaftliche Lieferungen oder sonstige Leistungen nach § 3a Abs. 2 UStG, für die der Leistungsempfänger die Steuer schuldet). Hier müssen die Rechnungen bis zum 15. des Folgemonats der Umsatzausführung ausgestellt werden.

Bei Werklieferungen und sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück hat der Unternehmer für die Rechnung ebenfalls 6 Monate Zeit. Das gilt auch, wenn Leistungen an Privatpersonen ausgeführt werden. Hier muss die Rechnung zudem einen Hinweis auf die 2-jährige Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers enthalten, wenn dieser kein Unternehmer ist (oder zwar Unternehmer ist, die Leistung aber nicht für sein Unternehmen bezieht).

Darüber hinaus sieht das Umsatzsteuerrecht aber keine Verpflichtung vor, bei Leistungen an Privatpersonen eine Rechnung zu stellen. Dennoch ist dies in den meisten Fällen allein schon aus Nachweisgründen zu empfehlen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Ihre Aplus Steuerberater

Unsere Blog-Beiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Mit einem Klick zur Aplus-Homepage

Kleinbetragsrechnungen jetzt bis € 250

der Aplus-Tipp des Monats Juni:

Für Kleinbetragsrechnungen wurde der Höchstbetrag rückwirkend zum  01.01.2017  von  € 150  auf  € 250 brutto angehoben.

Die Vereinfachungen für Rechnungen bis € 250 werden in unserem aktuellen Videotipp zum Thema ‚Rechnungen: Diese Angaben sind gesetzlich vorgeschrieben‘ in weniger als 3 Minuten anschaulich erklärt.

Folgende Angaben sind für Kleinbetragsrechnungen ausreichend:

  • vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers,
  • Ausstellungsdatum,
  • Menge und Art der gelieferten Gegenstände bzw. Art und Umfang der sonstigen Leistung,
  • Entgelt und Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe,
  • anzuwendender Steuersatz oder ggf. Hinweis auf eine Steuerbefreiung.

Bei Leistungsabrechnungen mit verschiedenen Steuersätzen, müssen die jeweiligen Summen für die verschiedenen Steuersätzen unterliegenden Leistungen angegeben werden.

Die Erleichterungen für Kleinbetragsrechnungen gelten nicht

  • beim grenzüberschreitenden Versandhandel (§ 3c UStG),
  • bei innergemeinschaftlichen Lieferungen (§ 6a UStG),
  • bei Reverse-Charge-Leistungen (§ 13b UStG).

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Ihre Aplus Steuerberater

Unsere Blog-Beiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Mit einem Klick zur Aplus-Homepage

Bei Rechnungen auf korrekte Leistungsbeschreibung achten!

Rechnungen mit unzureichender Leistungsbeschreibung sind nicht vorsteuerabzugsberechtigt!

Um den Vorsteuerabzug aus der berechneten Umsatzsteuer (MWSt) zu erhalten, ist neben den üblichen formellen Rechnungsvorschriften, wie z. B. der korrekte Leistungsempfänger sowie das Leistungsdatum vor allem auch die Angabe einer korrekten Leistungsbeschreibung wichtig!

Dies wird bei der Rechnungsausstellung in der Praxis häufig nicht beachtet.

Zur Sicherung des Vorsteuerabzugs ist daher verstärkt auf eine aussagekräftige Leistungsbeschreibung sowohl bei Eingangs- als auch bei Ausgangsrechnungen zu achten (§ 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 5 UStG).

Dabei können sich die genauen Leistungsbeschreibungen auch aus anderen, der Rechnung beiliegenden Unterlagen ergeben. Allerdings muss dann in der Rechnung auf diese anderen Unterlagen verwiesen werden.

Dazu zwei Beispiele:

Die Bezeichnung „Beratungsleistung“ ist unzureichend, wenn sich aus den Rechnungs-angaben nicht leicht und eindeutig ergibt, über welche konkrete Leistung abgerechnet worden ist.

In der Speditionsbranche ist auf Rechnungen neben den Einsatzzeiten beispielsweise auch konkret anzugeben, welche Warentransporte wann erbracht wurden, um den Vorsteuerabzug zu sichern.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Neue Formvorschriften für Rechnungen

Tipp des Monats August:

Es gibt folgende neue Formvorschriften für Rechnungen:

a) § 13b-Fälle (sog. Reverse-Charge-Verfahren):

In bestimmten Fällen ist der Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer. Dies ist z.B. bei vielen Bauleistungen der Fall, oder auch bei Dienstleistungen an ausländische Kunden.

Wie bisher muss der leistende Unternehmer in seiner Nettorechnung darauf verweisen, dass der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet. Neu ist die Regelung, dass dieser Hinweis den Wortlaut „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ enthalten muss.

 b) Gutschriften, Abrechnungen, Rechnungskorrekturen:

Aufgrund eines sehr umstrittenen Beschlusses der EU muss der Begriff „Gutschrift“ immer dann verwendet werden, wenn es sich um Ausstellung einer Rechnung durch den Leistungsempfänger oder einem von ihm beauftragten Dritten handelt. Häufig kommt dies bei Handelsvertretern vor.

Bei Stornierungen oder Nachlässen ist daher ein anderer Begriff zu wählen, z.B. „Rechnungskorrektur“ oder „Kulanzgutschrift“. Bitte verwenden Sie hierfür nicht mehr den Begriff „Gutschrift“!

c) Differenzbesteuerung u. a.:

Für Händler mit Gebrauchtwaren oder Gütern ohne Vorsteuerabzug beim Einkauf greift häufig die sogenannte Differenzbesteuerung nach § 25a UStG. Auf solchen Rechnungen muss nun der Wortlaut „Gebrauchtgegenstände / Sonderregelung“ enthalten sein. Auch für Kunstgegenstände und Reiseleistungen wurden Sondervorschriften eingeführt.

d) Archivierung elektronischer Rechnungen:

Zu beachten ist, dass – wie bisher – elektronische Rechnungen auch digital archiviert werden müssen und das für einen Zeitraum von 10 Jahren. Diese müssen vor allem so aufbewahrt werden, dass nachträglich keine Änderungen vorgenommen werden können. Keinesfalls ist es zulässig, eine elektronisch empfangene Rechnung lediglich auszudrucken und als Papierform aufzubewahren.

e) EU-Rechnungen bis zum 15. Tag des Folgemonats:

Werden sonstige Leistungen (meist Dienstleistungen) in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ausgeführt (z. B. Unternehmer-Kunde aus anderem EU-Land) oder erfolgen innergemeinschaftliche Lieferungen, besteht künftig eine Verpflichtung bis zum 15. Tag des Folgemonats in dem der Umsatz ausgeführt, bzw. die Dienstleistung erbracht wurde, eine Rechnung auszustellen.

Bitte beachten Sie dass diese Aufzählung nicht vollständig ist, sondern nur das aus unserer Sicht Wichtigste enthält.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Tipp des Monats Mai

Nachweis der Unternehmereigenschaft von Kunden im EU-Ausland

Prüfung der USt-IdNr. / VAT-Nr. – einfache und qualifizierte Bestätigung

Bei Rechnungsstellung in das EU-Ausland muss bei jeder Rechnung, die dann ohne Umsatzsteuer gestellt werden darf, die ausländische Umsatzsteuer-Identifikationsnummern (kurz USt-IdNr. bzw. UID und im Ausland VAT) geprüft werden. Der Link zur Prüfungsanfrage lautet: http://evatr.bff-online.de/eVatR

Bei einer einfachen Bestätigung erhalten Sie Auskunft darüber, ob eine ausländische UID zum Zeitpunkt der Anfrage in dem Mitgliedstaat, der sie erteilt hat, gültig ist. Diese einfache Bestätigung muss zwingend vor einer qualifizierten Bestätigung durchgeführt werden.
Bei einer qualifizierten Bestätigung können Sie darüber hinaus abfragen, ob die Ihnen vorliegenden Firmeninformationen wie z. B. Firmenname, Rechtsform, Firmenort, Postleitzahl und Straße mit den in der Unternehmerdatei des jeweiligen EU-Mitgliedstaates registrierten Daten übereinstimmen.

Als Unternehmer müssen Sie sich auf diese Weise vergewissern, ob der Rechnungsempfänger beim ausländischen Steueramt mit der angegebenen Steuernummer registriert ist. Falls nicht, kann Ihnen nachträglich die nicht berechnete Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden.

Als deutsches Unternehmen kann man grundsätzlich keine Anfrage über die Gültigkeit einer anderen deutschen UID-Nummer stellten, sondern nur im Zusammenhang mit ausländischen Steuer-Nummern. Bei deutschen Unternehmern ist dies auch nicht nötig da die Versteuerung hier ohnehin in Deutschland erfolgt.
In Ausnahmefällen kann man u. U. telefonisch unter 0228/406-1222 eine Auskunft erfragen, wobei dies normalerweise nicht nötig ist.

Das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt ausschließlich deutschen Unternehmern die Gültigkeit von Steuernummern, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat vergeben wurden.
Jeder EU-Mitgliedstaat hat selbst eine zentrale Behörde geschaffen, die Bestätigungen über die Gültigkeit ausländischer Steuernummern erteilt. Sofern sich ein Geschäftspartner Ihre UID bestätigen lassen will, müsste er sich an diese landeseigene Behörde wenden.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater