Auslagenersatz richtig abrechnen

der Aplus-Tipp des Monats September:

Viele Fälle der Auslagenabrechnung mit Freiberuflern bereiten in der Praxis große Schwierigkeiten. Die Unternehmen stehen immer wieder vor der Frage, wer die Originalbelege aus umsatzsteuerrechtlichen Gründen aufzubewahren hat.

Wir werden dieses Thema mit einem Fallbeispiel erklären:

Der freiberufliche Referent und der Seminarveranstalter treffen folgende Honorarvereinbarung:

Für den Vortrag erhält R ein Honorar von € 1.000. Daneben übernimmt S alle durch die Veranstaltung verursachten Auslagen des R.

Folgende Auslagen sollen zum Honorar abgerechnet werden:

  1. Taxikosten von € 128 – Rechnung läuft auf R „im eigenen Namen“ (Fallgruppe 1)
  2. Kosten von € 360 zzgl. € 68,40 USt für die Auslagen im Copyshop. Die Kopien der Handouts im Copyshop werden von R „im Namen und für Rechnung“ des S beauftragt. Somit wird die Rechnung auf den Namen von S ausgestellt, jedoch sofort von R bezahlt. (Fallgruppe 2)

Fallgruppe 1 (=unechter Auslagenersatz) ist der Regelfall. Der Rechnungsempfänger S benötigt für den Vorsteuerabzug lediglich die Rechnung von R. Originale der Eingangsrechnungen von R sind nicht erforderlich. R muss die Weitergabe der Rechnungsoriginale ablehnen, um selbst den Vorsteuerabzug geltend machen zu können. R hat nur Nettobeträge abzurechen.

(im Bsp. 7 % USt für Taxikosten: € 128 : 1,07 = € 119,63)

Fallgruppe 2 (=echter Auslagenersatz) kommt eher selten vor und greift nur bei Abrechnungen von Leistungen „im Namen und für Rechnung“ des Rechnungsempfängers. In diesen Fällen müssen die Originalbelege an S zur Aufbewahrung übergeben werden. R benötigt für diesen durchlaufenden Posten die Originale nicht. Eine Kopie als Nachweis reicht aus.

Korrekte Rechnung:

Honorar € 1.000,00
Taxi (€ 128 : 1,07 = Nettorechnungsbetrag Taxi) €    119,63
Zwischensumme € 1.119,63
USt (19 % auf Gessamtsumme € 1.119,63 / keine Aufteilung) €    212,73
zzgl. verauslagter Kopierkosten (=Bruttorechnungsbetrag CopyShop) €    428,40
Endsumme (von S an R zu zahlen): € 1.760,76

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Unsere Blog-Beiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Mit einem Klick zur Aplus-Homepage

Advertisements

Wichtiger Hinweis zum Stichtag 31.5.:

Kurzmitteilung

Bei Investitionen (z. B. PKW, Photovoltaikanlagen oder andere gemischt genutzte Anschaffungen) muss die Zuordnung zum Unternehmensvermögen spätestens bis zum 31.5. dem Finanzamt mitgeteilt werden, da sonst der Vorsteuerabzug aus der Rechnung gestrichen werden kann.

Vor allem Mandanten welche die USt-Voranmeldungen selbst erstellen oder nur zur jährlichen Abgabe verpflichtet sind, sollten das Datum nicht verpassen und uns vorzeitig informieren, damit die Frist eingehalten wird.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Unsere Blog-Beiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Mit einem Klick zur Aplus-Homepage

Umsatzsteuer- und Lohnsteuer-Nachschau

unser Tipp des Monats Oktober:

Seit einiger Zeit stehen den Finanzbehörden neue Prüfungsinstrumente zur Verfügung:
Die Umsatzsteuer-, sowie die Lohnsteuer-Nachschau.

Bei beiden Kontrollen können Finanzbeamte unangekündigt zu üblichen Geschäftszeiten Grundstücke und Räume Ihres Unternehmens betreten. Meist geschieht dies in Verdachtsfällen. Sobald sich der Prüfer ausgewiesen hat, kann er sich Aufzeichnungen und Geschäftspapiere, die die Umsatzsteuer- bzw. Lohnsteuer betreffen, vorlegen lassen. Allerdings darf der Finanzbeamte weder Ihre privaten Räume betreten, noch Auskünfte verlangen, welche sich auf andere Steuerarten beziehen.

Zur Umsatzsteuer-Nachschau

Die Umsatzsteuer-Nachschau wird besonders in den Fällen einer Existenzprüfung von neu gegründeten Unternehmen und regelmäßig hohen Vorsteuererstattungen durchgeführt. Falls die bei der Umsatzsteuer-Nachschau getroffenen Feststellungen dazu Anlass geben, kann der Prüfer direkt zu einer Außenprüfung, nach vorherigem schriftlichem Hinweis übergehen.

Zur Lohnsteuer-Nachschau

Bei der Lohnsteuer-Nachschau wird überprüft, ob die buchhalterischen Abläufe genauso stattgefunden haben wie sie gegenüber dem Finanzamt angegeben wurden. Auch hier kann der Prüfer sofort zu einer Außenprüfung übergehen falls er verdächtige Sachverhalte findet. Für eine Selbstanzeige ist es bereits zu spät, sobald der Finanzbeamte vor Ort ist.

Das sollten Sie beachten:

  • der Finanzbeamte muss sich ausweisen können
  • informieren Sie sich genau über Anlass und Umfang der Nachschau
  • verweigern Sie dem Prüfer nicht den Zutritt, denn dies kann zu einer Außenprüfung führen
  • geben Sie keine zusätzlichen Unterlagen heraus, die nicht für die Nachschau relevant sind
  • Kontaktieren Sie uns falls sie betroffen sind, denn häufig sind die Prüfungen unproblematisch

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Unsere Blog-Beiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen.

Erneute Änderung für Bauleistungen ab 01.10.2014

Tipp des Monats Oktober:

Das erwartete BMF Schreiben zum Thema Reverse-Charge-Verfahren bei Bauleistungen ist nunmehr ergangen.

Danach wird ab dem 01.10.2014 der Leistungsempfänger nur noch dann zum Steuerschuldner, wenn ihm gegenüber Bauleistungen ausgeführt werden und er selbst nachhaltig solche Bauleistungen ausführt und dies mit einer neu eingeführten Bescheinigung des Finanzamtes („USt 1 TG“) nachweist. Damit erhalten Subunternehmer Rechtssicherheit.

Diese neue Bescheinigung gilt diesmal für Bauleister und für Gebäudereinigungsleister.

Die nach der BFH-Rechtsprechung hergestellte Verknüpfung mit einer unmittelbar damit erbrachten Bauleistung wird somit gesetzlich ausgeschlossen. Der Sonder-Tipp Baubranche 05/2014 ist ab 01.10.2014 nicht mehr gültig.

Tipp:   Rechnen Sie Bauleistungen nur noch dann ohne Umsatzsteuer nach § 13 b ab, wenn Ihnen der Kunde eine Bescheinigung USt 1 TG aushändigt. In allen anderen Fällen sollten Sie vorsichtshalber die Rechnung mit Umsatzsteuer stellen.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Unter diesem Link finden Sie unseren Tipp mit dem entsprechende Formular als PDF:

2014.10.01_TippdM Oktober_102014_§13bneu

Unsere Blogbeiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir jedoch keine Gewähr.

Mini-One-Stop-Shop – Sonderregelung für elektronische Dienstleistungen in der EU

Elektronische Dienstleistungen die an Privatpersonen in der EU erbracht werden (Kunde = Privatperson) unterliegen ab dem 1.1.2015 im Wohnsitzstaat des Kunden der Umsatzsteuer und nicht mehr im Heimatland des Verkäufers. Es gelten auch die MWSt-%-Sätze des Verbrauchslandes, so dass der Unternehmer in jedem EU-Staat mit einem anderen Steuersatz abrechnen muss und auch wissen muss, wo der jeweilige Privatkunde wohnt.

Dies gilt ab 1.1.2015 für alle auf elektronischem Weg erbrachte Dienstleistungen sowie für Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernsehleistungen, sofern diese an Privatperso-nen (keine Unternehmer) innerhalb der EU erbracht werden (= Verbrauchslandprinzip).

Betroffen sind z. B. Webhosting, Fernwartung von Programmen, Softwarebereitstellung oder –Aktualisierung, Bereitstellung von Texten, Informationen, Datenbanken,
Herunterladen von Musik auf PC, Handys usw.
Nicht unter die Neuregelung fällt die Lieferung von Gegenständen, die im Internet bestellt werden, z. B. Bücher oder Musik-CDs.

Auch Anbieter für Musik, Apps oder Filme zum Download im Internet müssen sich daher ab 2015 grundsätzlich in verschiedenen Staaten umsatzsteuerlich erfassen lassen.

Als Verfahrenserleichterung wird alternativ zur Einzelstaatenregistrierung die neue Sonderregelung ‚Mini-One-Stop-Shop‘ angeboten (kleine einzige Anlaufstelle). Deutsche Unternehmen können dann zentral über das Bundeszentralamt für Steuern auf elektronischem Weg alle Umsätze innerhalb der EU erklären und die Steuer insgesamt entrichten. Ab dem 1. Oktober kann dies mit Wirkung zum 1. Januar 2015 beim Bundeszentralamt für Steuern elektronisch über ein Online-Portal beantragt werden und gilt einheitlich für alle Umsätze in den EU-Staaten.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Unsere Blogbeiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir jedoch keine Gewähr

Steuerpflichtige eBay-Verkäufe – gemeinsames eBay-Konto

Tipp des Monats Juli:

Wenn über eBay umsatzsteuerpflichtige Versteigerungen von mehreren Personen unter Verwendung eines Nutzerkontos vorgenommen werden, ist immer derjenige steuerpflichtig, der sich diesen Nutzernamen (Pseudonym) bei der Kontoeröffnung von eBay zuteilen hat lassen.

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel: Im Streitfall hatte ein Ehepaar über ein vom Ehemann auf seinen Namen angelegtes eBay-Nutzerkonto in dreieinhalb Jahren über 1.200 Verkäufe getätigt, die teilweise dem einen, teilweise dem anderen Ehegatten und teils dem Ehepaar gemeinsam gehörten.

Das Finanzamt hatte diese Verkäufe aufgrund der Vielzahl der Verkaufsvorgänge, der Höhe der Erlöse und des dafür betriebenen Organisationsaufwandes als umsatzsteuerpflichtig angesehen.

Für die umsatzsteuerrechtliche Bestimmung sind alle Handlungen, die der eigentliche Verkäufer (im Beispiel die Ehefrau) vor und nach Ablauf der Bietphase vornimmt (z. B. Warenversand, Schriftverkehr, administrative Tätigkeiten) belanglos. Alle Umsätze sind in diesem Fall dem Ehemann zuzurechnen, da dieser das eBay-Konto, über welches sämtliche Verkäufe verbucht wurden, angelegt hat.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater

Unsere Blogbeiträge werden mit größter Sorgfalt recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir jedoch keine Gewähr

Keine Umsatzsteuer auf Sicherheitseinbehalte

Eine neue Sichtweise des BFH erfreut besonders Handwerker, Bauunternehmen und alle deren Rechnungen durch Sicherheitseinbehalte gekürzt werden.

Wenn damit zu rechnen ist, dass die Forderung auf absehbare Zeit (ca. 2-5 Jahre) rechtlich oder tatsächlich nicht durchgesetzt werden kann, ist von einer vorläufigen Uneinbringlichkeit auszugehen. Daher ist die USt hieraus nicht zu zahlen, solange die Forderung nicht eingeht oder durch eine Bürgschaft abgelöst werden kann.
Dies gilt selbst dann, wenn keine konkreten Mängelrügen vorliegen.

Eine Vorfinanzierung der USt über mehrere Jahre ist damit nicht mehr nötig. Die Uneinbringlichkeit ist bereits bei der monatlichen USt-Voranmeldung zu berücksichtigen. Allerdings gilt dies nur, wenn keine Bürgschaft gestellt werden kann.
Nicht ausreichend ist es dagegen, wenn die Gestellung von Sicherheiten möglich wäre, man aber davon keinen Gebrauch macht.

Urteil v. 24.10.2013, V R 31/12, veröffentlicht am 5.2.2014

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihre Aplus Steuerberater