Aplus-SteuerTIPP: Abgrenzung Essenslieferung 7% oder 19% USt (Partyservice, Kiosk & Co)

Die Abgrenzungsschwierigkeiten wann eine reine Essenslieferung zu 7% USt und wann diese mit 19% USt zu versteuern ist, hat der BFH in diversen Urteilen aufgerollt.
Hier eine kurze Zusammenstellung der wichtigsten Eckpunkte:

Faustformel:
▪ Nur Lieferung von einfachen Standard-Speisen = 7%
▪ Auch Nebenleistung enthalten (z.B. Tische, Geschirr, Dienstleistung o.a.) = 19%

Achtung ein individuelles Buffet ist keine Standardspeise.
Einfache Standardspeisen sind z.B. Würstchen, Pommes, Pizzastücke etc.
Dienstleistungselemente sind z.B. Überlassung von Geschirr, Sitzgelegenheit, Stehtische, Restaurationsumgebung, Bedienungspersonal etc.
Bereits ein einziges Dienstleistungselement ist schädlich.

Bei einem Partyservice ist meist ein Dienstleistungsanteil enthalten so dass diese i.d.R. mit 19% USt zu belegen sind.
Ein Imbissstand oder Kiosk erbringt dagegen i.d.R. nur 7%ige einfache Essenslieferungen, wobei es Ausnahmen gibt bei Zurverfügungstellung von Tischen, Stühlen etc. Behelfsmäßige Verzehrvorrichtungen sind allerdings unschädlich.

Unschädlich wäre ein kleines zusätzliches Dienstleistungselement nur dann „wenn besondere Umstände belegen, dass die Lieferung der Speisen der dominierende Bestandteil des Umsatzes ist“. Dies ist allerdings sehr problematisch, denn was dies konkret sein kann hat der BFH in seinem Urteil vom 23.11.2011 offen gelassen.

Falls Sie betroffen sind, gibt es dennoch Lösungsmöglichkeiten, denn je nach Einzelfall kann ggf. ihr Leistungsangebot aufgeteilt werden, denn diesbezüglich gibt es Gestaltungspotential das ein Finanzgericht erfreulicherweise nicht als Missbrauch gewertet hat.
(Ein Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren läut unter Az BFH V B 62/11)

Bei Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen gerne telefonisch unter 089/613875-0 oder per Email zur Verfügung.
Ihre Monika Lyssoudis
und das gesamte Aplus-SteuerTeam

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Tipp: Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen

Möchten Sie das Betriebsklima aufbessern oder Ihren Mitarbeitern einfach etwas Gutes tun?

Zuwendungen eines Arbeitgebers an die Arbeitsnehmer bei Betriebsveranstaltungen gehören nicht zum Arbeitslohn. Es sind max. 2 Veranstaltungen pro Jahr in Form von Betriebsausflügen, Betriebsfesten etc. möglich. Dabei können für den Arbeitsnehmer max. 110,00 EUR inklusiv Mehrwertsteuer aufgewendet werden (z. B. Essen im Restaurant, Fahrtkosten zum Besichtigungsort, Eintritte ins Museum in Verbindung mit dem Betriebsausflug, Jubiläum etc.). Auch Ehegatten können daran teilnehmen, wobei dann insgesamt für das Ehepaar die Grenze von 110,00 EUR nicht überschritten werden darf.

Achtung:
Stehen diese Veranstaltungen nicht allen Arbeitnehmern offen oder wird die Grenze von 110,00 EUR überschritten, zählen die Ausgaben voll zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. In diesem Fall ist eine Pauschalversteuerung durch Antrag des Arbeitgebers bei Finanzamt in Höhe von 25% möglich.

Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen natürlich gerne unter 089 / 61 38 75 0 oder per Email: kanzlei@aplus-steuerberater.de zur Verfügung.

Herzlichst,
Monika Lyssoudis