Wer muss bis wann eine Rechnung ausstellen?

der Aplus-Tipp des Monats Juli:

Umsatzsteuerrechtlich müssen Unternehmer, wenn sie Leistungen an andere Unternehmer (für deren Unternehmen) ausführen, eine Rechnung ausstellen. Dafür haben sie ‑ ab Ausführung der Leistung ‑ 6 Monate Zeit.

Kürzer sind die Fristen bei innergemeinschaftlichen Sachverhalten (innergemeinschaftliche Lieferungen oder sonstige Leistungen nach § 3a Abs. 2 UStG, für die der Leistungsempfänger die Steuer schuldet). Hier müssen die Rechnungen bis zum 15. des Folgemonats der Umsatzausführung ausgestellt werden.

Bei Werklieferungen und sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück hat der Unternehmer für die Rechnung ebenfalls 6 Monate Zeit. Das gilt auch, wenn Leistungen an Privatpersonen ausgeführt werden. Hier muss die Rechnung zudem einen Hinweis auf die 2-jährige Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers enthalten, wenn dieser kein Unternehmer ist (oder zwar Unternehmer ist, die Leistung aber nicht für sein Unternehmen bezieht).

Darüber hinaus sieht das Umsatzsteuerrecht aber keine Verpflichtung vor, bei Leistungen an Privatpersonen eine Rechnung zu stellen. Dennoch ist dies in den meisten Fällen allein schon aus Nachweisgründen zu empfehlen.

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Tipp des Monats Mai

Nachweis der Unternehmereigenschaft von Kunden im EU-Ausland

Prüfung der USt-IdNr. / VAT-Nr. – einfache und qualifizierte Bestätigung

Bei Rechnungsstellung in das EU-Ausland muss bei jeder Rechnung, die dann ohne Umsatzsteuer gestellt werden darf, die ausländische Umsatzsteuer-Identifikationsnummern (kurz USt-IdNr. bzw. UID und im Ausland VAT) geprüft werden. Der Link zur Prüfungsanfrage lautet: http://evatr.bff-online.de/eVatR

Bei einer einfachen Bestätigung erhalten Sie Auskunft darüber, ob eine ausländische UID zum Zeitpunkt der Anfrage in dem Mitgliedstaat, der sie erteilt hat, gültig ist. Diese einfache Bestätigung muss zwingend vor einer qualifizierten Bestätigung durchgeführt werden.
Bei einer qualifizierten Bestätigung können Sie darüber hinaus abfragen, ob die Ihnen vorliegenden Firmeninformationen wie z. B. Firmenname, Rechtsform, Firmenort, Postleitzahl und Straße mit den in der Unternehmerdatei des jeweiligen EU-Mitgliedstaates registrierten Daten übereinstimmen.

Als Unternehmer müssen Sie sich auf diese Weise vergewissern, ob der Rechnungsempfänger beim ausländischen Steueramt mit der angegebenen Steuernummer registriert ist. Falls nicht, kann Ihnen nachträglich die nicht berechnete Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden.

Als deutsches Unternehmen kann man grundsätzlich keine Anfrage über die Gültigkeit einer anderen deutschen UID-Nummer stellten, sondern nur im Zusammenhang mit ausländischen Steuer-Nummern. Bei deutschen Unternehmern ist dies auch nicht nötig da die Versteuerung hier ohnehin in Deutschland erfolgt.
In Ausnahmefällen kann man u. U. telefonisch unter 0228/406-1222 eine Auskunft erfragen, wobei dies normalerweise nicht nötig ist.

Das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt ausschließlich deutschen Unternehmern die Gültigkeit von Steuernummern, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat vergeben wurden.
Jeder EU-Mitgliedstaat hat selbst eine zentrale Behörde geschaffen, die Bestätigungen über die Gültigkeit ausländischer Steuernummern erteilt. Sofern sich ein Geschäftspartner Ihre UID bestätigen lassen will, müsste er sich an diese landeseigene Behörde wenden.

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Aplus Steuerberater